Ratgeber

Bin ich vom LkSG betroffen? Machen Sie den Selbsttest.

1.000 Mitarbeiter sind die magische Grenze, aber die halbe Wahrheit. Ob das Lieferkettengesetz Sie betrifft, entscheidet sich oft nicht an Ihrer Größe, sondern an der Ihrer Kunden. Fünf Fragen bringen Klarheit.

Das Wichtigste in Kürze

Direkt verpflichtet sind Unternehmen mit Sitz oder Zweigniederlassung in Deutschland ab 1.000 Beschäftigten im Inland. Indirekt betroffen ist aber ein Vielfaches davon: Wer Großkunden beliefert, die unter das Gesetz fallen, bekommt deren Pflichten per Fragebogen, Zertifikatsanfrage und Vertragsklausel weitergereicht. Der Selbsttest unten sagt Ihnen in fünf Fragen, zu welcher Gruppe Sie gehören.

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Die 1.000-Mitarbeiter-Grenze ist nur die halbe Wahrheit

Fragt man nach dem Lieferkettengesetz, kennen die meisten genau eine Zahl: 1.000 Mitarbeiter. Wer drunter liegt, fühlt sich sicher. Und genau da beginnt das Missverständnis, das jedes Jahr tausende Mittelständler kalt erwischt, wenn der erste Fragebogen vom Großkunden im Postfach liegt.
Denn das LkSG wirkt in zwei Richtungen. Direkt verpflichtet es die Großen. Aber weil die Großen ihre Lieferanten prüfen müssen, wirkt es indirekt auf fast jeden, der sie beliefert, unabhängig von der eigenen Größe. Ein Betrieb mit 80 Mitarbeitern, der einen Automobilkonzern beliefert, hat mit dem LkSG praktisch mehr zu tun als mancher Konzern mit einer reinen Inlandskette.
Dazu kommen Feinheiten, die selbst bei der 1.000er-Grenze oft falsch gerechnet werden: Leiharbeitnehmer zählen ab sechs Monaten Einsatzdauer mit, und bei Konzernen werden die Beschäftigten aller konzernangehörigen Gesellschaften der Obergesellschaft zugerechnet. Wer mit 950 Stammkräften und 100 Dauerleihkräften kalkuliert, liegt schon drüber.
Der folgende Selbsttest sortiert das für Sie: fünf Fragen, keine Anmeldung, am Ende eine klare Einordnung mit konkreten nächsten Schritten.

Selbsttest

Betrifft das LkSG Ihr Unternehmen?

Fünf Fragen, zwei Minuten, keine Anmeldung. Am Ende sehen Sie Ihre Einordnung und was jetzt zu tun ist.

Frage 1 von 5
Wie viele Beschäftigte hat Ihr Unternehmen in Deutschland?

Zählen Sie Leiharbeitnehmer mit, die länger als sechs Monate im Einsatz sind. Bei Konzernen: alle deutschen Konzerngesellschaften zusammen.

Die drei Gruppen im Detail, und warum die Grenzen verschwimmen

Der Test sortiert grob in drei Gruppen, die Realität ist ein Spektrum. Direkt Verpflichtete gibt es in Deutschland rund 4.800. Indirekt betroffen sind Schätzungen zufolge etwa 50.000 Unternehmen, also mehr als das Zehnfache, und die Zahl wächst mit jeder Vertragsverlängerung, in die eine Sorgfaltsklausel wandert.
Interessant ist die Grauzone dazwischen: Unternehmen knapp unter der Schwelle, die gleichzeitig große Zulieferer sind. Sie bekommen den Druck von beiden Seiten, von oben die Fragebögen der Konzerne, von unten die eigene Verantwortung für ihre Lieferanten, die die Kunden vertraglich einfordern. Faktisch führen viele dieser Unternehmen längst ein kleines Sorgfaltsprogramm, nur eben ohne die gesetzliche Pflicht und leider oft auch ohne System.
Und der Blick nach vorn: Die europäische CSDDD greift ab 2029 zwar nur noch bei sehr großen Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitern, doch der Mechanismus bleibt derselbe. Die Pflichten der Großen werden zu Anforderungen an die Kleinen. Wer heute einen sauberen Prozess für Selbstauskünfte und Nachweise aufbaut, ist für jede kommende Regelung vorbereitet, egal wie sie am Ende heißt.

Der nächste Schritt

Egal welches Ergebnis: Das Werkzeug ist dasselbe

Ob Sie selbst prüfen müssen oder geprüft werden: Im Kern geht es immer um dieselben vier Dinge, und genau die bildet Liefertreu ab. Verpflichtete nutzen es für ihre Risikoanalyse, Zulieferer für ihre Antworten und Nachweise, und viele für beides gleichzeitig.

  • Alle Lieferanten und Nachweise an einem Ort, statt in Excel-Listen und Postfächern
  • Selbstauskünfte per Link versenden oder beantworten, mit KI-Vorauswertung
  • Zertifikate mit automatischer Ablaufüberwachung, 90, 30 und 7 Tage vorher
  • Dokumentation, die sich mit Zeitstempel von selbst schreibt, sieben Jahre abrufbar

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Egal welches Ergebnis: Das Werkzeug ist dasselbe